Freitag, 07.- Samstag 08. Oktober (Meßkirch) Wissenschaftliche Tagung: Herrschaft, Kirche und Bauern im nördlichen Bodenseeraum in karolingischer Zeit

Schloss Meßkirch

Zusammen mit dem Landkreis Sigmaringen und der Stadt Meßkirch veranstaltete die Gesellschaft Oberschwaben vom 7.-8. Oktober im Schloss Meßkirch die Tagung „Herrschaft, Kirche und Bauern im nördlichen Bodenseeraum in karolingischer Zeit“.

Prof. Dr. Andreas Schwab

Dr. Christoph Morrisey

Clemens Regenbogen, M.A.

Den Auftakt zur Tagung bildete eine Führung  am Freitagnachmittag durch das Living-History-Projekt „Campus Galli- Karolingische Klosterstadt“, die von Dr. Roland Specker und Erik Reuter M.A. durchgeführt wurde. Der sich daran anschließende öffentliche Abendvortrag im Festsaal von Schloss Meßkirch wurde von Prof. Dr. Matthias Becher (Universität Bonn) gehalten. Er referierte über Alemannien in der Karolingerzeit.

Am Samstag wurde die Tagung um 9 Uhr fortgesetzt. Den Beginn machte Prof. Dr. Andreas Schwab vom Fachbereich Geographie der PH-Weingarten. In seinem Vortrag über die naturräumlichen Bedingungen im nördlichen Bodenseeraum erörterte

Prof. Dr. Matthias Becher
Schwab u.a. den Einfluss der Eiszeiten auf die landschaftlichen Ausformungen im südlichen Oberschwaben und in der Bodenseeregion. Im Anschluss daran folgte der Vortrag von Dr. Christoph Morrisey, der die Karolingerzeit aus dem archäologischen Blickwinkel  in den Fokus nahm.

Nach der Pause widmete sich Clemens Regenbogen M.A. (Universität Freiburg) in seinem Vortrag der ländlichen Gesellschaft des Frühmittelalters. Hierzu ging er insbesondere auf Urkunden des Klosters St. Gallen ein, in denen sich Hinweise auf das Alltagsleben der Landbevölkerung finden. Über den

Zeugniswert der Ortsnamen für die Erforschung der Siedlungsgeschichte des nördlichen Bodenseeraums, gab schließlich Prof. Dr. Dieter Geuenich Auskunft. Er setzte sich kritisch mit der bisherigen Forschung zu diesem Thema auseinander und zeigte anhand von
Quellenbelegen, wie problematisch es ist, anhand von Ortsnamensendungen auf das Alter der Siedlung zu schließen.
Prof. Dr. Dieter Geuenich Prof. Dr. Ernst Tremp Prof. Dr. Alfons Zettler
Prof. Dr. Thomas Zotz

Nach der Mittagspause bestand für die Tagungsteilnehmer die Möglichkeit an einer Führung durch die aktuelle Sonderausstellung „Evangeliare, Stundenbücher und Heldendichtung: Schätze der mittelalterlichen Buchkunst aus zehn Jahrhunderten (Faksimiles)“ in der Kreisgalerie teilzunehmen.
Der Schwerpunkt des Nachmittagsprogramms lag auf den Klöstern des Bodenseeraumes in der Karolingerzeit. Prof. Dr. Alfons Zettler von der TU Dortmund ging in seinem Vortrag auf die Bedeutung des Adels im Bodenseeraum und dessen Verbindungen zum Kloster St. Gallen ein. Einen Schwerpunkt legte er dabei auf das St. Galler Verbrüderungsbuch. Ebenfalls mit St. Gallen setzte sich Prof. Dr. Ernst Tremp in seinem Vortrag auseinander. Er erörterte das Verhältnis des

Bistums Konstanz zu den beiden Benediktinerklöstern St. Gallen und Reichenau in der Karolingerzeit.
Den letzten Vortrag des Tages hielt Prof. Dr. Thomas Zotz.  Er referierte über die Klosterlandschaft zwischen Bodensee und Donau in der Karolingerzeit. Den Abschluss der wissenschaftlichen Tagung bildete eine anregende Schlussdiskussion, in der die Vorträge nochmals zusammengefasst und auf Forschungsdesiderate hingewiesen wurde.

Weiterführende Informationen:
Tagungsflyer
Zeitungsartikel
(SZ vom 10.10.2016)

Tagungsbericht