Mittwoch, 15. März (Ravensburg)Vortragsreihe Reformation: Prof. Dr. Hermann Ehmer

 

Auf breite Publikumsresonanz stieß der Auftakt der Vortragreihe „Reformation in Oberschwaben“, die die Gesellschaft Oberschwaben zusammen mit den örtlichen Trägern des katholischen und des evangelischen Bildungswerks veranstaltet. Die mehr als 100 Besucher die in den Kornhaussaal nach Ravensburg kamen, hörten mit großem Interesse den Ausführungen des Kirchenhistorikers Prof. Dr. Hermann Ehmer zu.

Prof. Dr. Hermann Ehmer

In seinem Vortag lenkte Ehmer nach einem allgemeinen Überblick über die Entwicklung der Reformation im 16. Jahrhundert seinen Fokus auf die Region Oberschwaben, insbesondere auf die freien Reichsstädte Konstanz, Ravensburg, Biberach und Leutkirch.Ehmer machte deutlich, dass die Reformation hauptsächlich eine Bewegung in den Städten war. Vor allem Bücher und Flugschriften, die durch die Erfindung des Buchdrucks rasch und in größerer Anzahl produziert werden konnten, sorgten für eine rasche Verbreitung der reformatorischen Ideen innerhalb der Bürgerschaft. Am Beispiel der Stadt Konstanz zeigte Ehmer auf, wie dort das Wirken von Ambrosius und Thomas Blager innerhalb weniger Jahre dazu führte, dass sich die Bürgerschaft von der katholische Kirche abwandte und sich zum reformierten Glauben bekannte.

Die Etablierung einer neuen Sittenordnung, die zum Ziel hatte, dass sich der christliche Glaube auch in der Lebensführung widerspiegeln sollte, ließ sich nicht nur in Konstanz, sondern auch in anderen Städten, wie etwa in Ravensburg, Biberach, Pfullendorf oder Wangen beobachten.

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Darüber hinaus wies Ehmer darauf hin, dass die Reformation in Oberschwaben vor allem durch Huldrych Zwingli geprägt war und der Einfluss Luthers in dieser Region allenfalls marginal blieb. Erst nach dem Tod des Schweizer Reformators erlangte die lutherische Reformbewegung mehr und mehr Einfluss auf Oberschwaben. Zum Schluss ging Ehmer noch auf die Folgen ein, die die Reformation in Oberschwaben mit sich brachte. So habe ich Biberach in Ravensburg seit der Mitte des 16. Jahrhunderts das Prinzip der Parität gegolten. Beide Konfessionen waren in der Stadt gleichermaßen vertreten und teilten sich, wie etwa in Biberach, auch ein und dieselbe Kirche. Die Parität hatte auch zur Folge, dass städtische Ämter doppelt besetzt wurden.

   

Weiterführende Informationen:
Veranstaltungsflyer
Zeitungartikel (schwäbische.de vom 20.3.2017)

 

 

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