Hofmann: Ruhmesblätter

 

Wappenkalender, anspruchsvoll gestaltete und aufwändig produzierte Großgraphiken, entstanden zwischen dem 16. Jahrhundert und der Säkularisation im Auftrag vieler weltlicher und geistlicher Herrschaften und Reichsstädte. In ihrer Pracht dienten sie der politischen Selbstdarstellung und vereinigten die praktischen Aufgaben eines Kalenders mit den repräsentativen Zwecken eines dekorativen Wandschmucks und fürstlichen Geschenks.  Nicht nur ihre Pracht, auch ihre Seltenheit macht sie kostbar - und zu weithin Unbekannten: selbst in der  kunsthistorischen Forschung fanden Wappenkalender bisher kaum Beachtung. Barocke Wappenkalender sind nicht nur repräsentative und in den Ausmaßen große, sondern oft auch künstlerisch sehr aufwändige und ikonographisch komplexe Graphikblätter. Obgleich künstlerisch wertvoll, repräsentativ und einst in Herstellung und Erwerb teuer, sind Wappenkalender dennoch heute fast ganz aus dem Bewusstsein verschwunden. Viele der erhaltenen Exemplare fristen im Depot von Museen und Archiven ein Schattendasein.

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