Donnerstag, 05.- Samstag, 07. Oktober (Weingarten) Wissenschaftliche Tagung: Von den Welfen zu den Staufern

 

Anlässlich des 850. Todestages von Welf VII. veranstaltete die Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart, die Stadt Ravensburg und die Gesellschaft Oberschwaben die wissenschaftliche Tagung „Von den Welfen zu den Staufern. Der Tod Welfs VII. 1167 und die Grundlegung Oberschwabens im Mittelalter“. Tagungsort war die katholische Akademie in Weingarten. Die Tagung teilte sich in drei Sektionen. Die erste Sektion widmete sich dem Ende der Welfenzeit in Oberschwaben und untersuchte deren Übergang zu den Staufern.

 

Nach der Begrüßung der Teilnehmer eröffnete Prof. Dr. Matthias Becher aus Bonn mit seinem Vortrag über Welf VII. die Sektion. Im Anschluss daran erörterte Prof. Dr. Thomas Zotz die Hausmachtspolitik Friedrich Barbarossas. Zotz legte dar, welch große Bedeutung das Herzogtum Schwaben für Barbarossas Herrschaft besaß und welche Rolle das welfische Erbe in seinen Überlegungen spielte.

 


Der Freiburger Historiker Dr. Heinz Krieg zeigte in seinem Vortrag auf, wie der Übergang der welfischen Herrschaft an die staufische in Oberschwaben im Detail verlief. Hierbei nahm er vor allem die welfische Dienstmannschaft genauer in den Blick.Gegen 16 Uhr bot sich für die Tagungsteilnehmer die Gelegenheit bei einer Führung die Basilika von Weingarten zu Dr. Heinz Krieg besichtigen. Dabei konnte auch der Welfengruft ein Besuch abgestattet werden. Seine Fortsetzung fand das Programm am späten Nachmittag mit einer Stadtführung in Ravensburg. Der Ravensburger Stadtarchivar Prof. Dr. Andreas Schmauder zeigte den Teilnehmern die letzten baulichen Überreste aus der Welfenzeit, die sich im Ravensburger Stadtbild erhalten haben. Die Führung begann auf der Ravensburg/Veitsburg und endete im Museum Humpis-Quartier, wo man im Keller die Grundmauern eines steinernen Gebäudes aus dem 12. Jahrhundert besichtigen kann. Das Tagungsprogramm des ersten Tages endete mit einem öffentlichen Abendvortrag im Waaghaus Prof. Dr. Wolfgang Stürner referierte über Friedrich II. und Oberschwaben.

 

 

Der Vormittag des zweiten Tages wurde mit der Sektion über die staufische Herrschaft im Welfenland eröffnet. PD Dr. Harald Derschka aus Konstanz trug über die einflussreichen Ministerialen von Tanne-Waldburg-Winterstetten vor, die eine wichtige Stütze für die Herrschaft der Staufer in Oberschwaben waren. Der Wiener Historiker Dr. Karel Hruza beleuchtete in seinem Vortrag die Rolle der Herren von Waldsee. Abgeschlossen wurde die Sektion mit den Ausführungen der Kieler Historikerin Dr. Nina Kühnle, die das Verhältnis der oberschwäbischen Städte zu den Staufern in den Blick nahm. Am Nachmittag widmete sich die dritte Sektion der nachstaufischen Zeit. Eröffnet wurde sie mit einem Vortrag von Prof. Dr. Paul-Joachim Heinig aus Mainz, der die Bedeutung des Raumes Oberschwaben für das spätmittelalterliche Königtum analysierte. Alle anderen drei Vorträge der Sektion beleuchteten die Rolle der Klöster in nachstaufischer Zeit genauer. Prof. Dr. Hans Ulrich Rudolf zeigte am Beispiel des Klosters Weingarten, wie dort mit der Erinnerung an die Welfen umgegangen wurde. Johannes Waldschütz aus Stockach setzte sich detailliert mit der Erinnerungskultur des Prämonstratenserklosters Weißenau auseinander. Die Nachmittagssektion wurde mit dem Vortrag von Prof. Dr. Franz Fuchs abgeschlossen, der über welfische Klostergründungen zwischen Schwaben und Bayern referierte und einen starken Fokus auf das Kloster Steingaden legte. Den Abschlusstag eröffnete Prof. Dr. Andreas Schmauder mit einem Vortrag über Burg und Stadt Ravensburg. Prof. Dr. Rolf Kießling konzentrierte sich in seinen Ausführungen auf die Rolle und die Bedeutung der ostschwäbischen Reichsstädte in nachstaufischer Zeit. Prof. Dr. Franz Quarthal aus Stuttgart, stellte im Abschlussvortrag die Landvogtei Oberschwaben in der Frühen Neuzeit vor. Beendet wurde die Tagung mit einer ausführlichen Schlussdiskussion. Geplant ist eine zeitnahe Veröffentlichung der vorgestellten Forschungsergebnisse.

 


Weiterführende Informationen:
Tagungsflyer
Tagungshaus der Erzdiözese Rottenburg-Stuttgart(Tagungsort)



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