Eine einheitliche politische Landschaft war Oberschwaben nie, und zu keiner Zeit erlangte es die Bedeutung einer geschlossenen Kunstlandschaft. Territorial zersplittert in unabhängige Klosterherrschaften, Reichsstädte und Adelshäuser, gaben Kleinteiligkeit und offene Grenzen jedoch den Rahmen für eine Vielfalt von kulturellen Einflüssen, Kontakten, für Konkurrenz und Austausch. Im Frühmittelalter wurde Oberschwaben vom Abglanz der Abteien Reichenau und St. Gallen berührt, aus der Romanik haben sich wertvolle Zeugnisse der Buchmalerei und des Kunsthandwerks erhalten. In der Gotik wurde Ulm als Kunstmetropole Oberschwabens zusammen mit Memmingen Exporteur von Schnitzaltären. Das Barock schließlich wurde zum Inbegriff Oberschwabens mit qualitativ und quantitativ überragenden Bau- und Kunstwerken. Nach dem Untergang des alten Oberschwabens in der Zeit Napoleons erscheint „glückhafte Rückständigkeit“ als zutreffende Beschreibung des Landes und seiner Kunst. Spät und eher zögernd öffnete sich das noch lange ländlich-katholisch geprägte Oberland im 20. Jahrhundert neuen, überregionalen Entwicklungen. Das reich bebilderte Buch vermittelt die Grundzüge von 6000 Jahren Kunstgeschichte in Oberschwaben.

 

 

 

 Erschienen als Band 12 der Reihe "Ansichten und Aussichten".

 

Bildtitel:

Johann Joseph Christian: sogenannter „Schweige-Engel“ am Nepomuk-Altar der ehemaligen Abteikirche Unserer Lieben Frau in Zwiefalten, Stuck, um 1750. Foto Reiner Loebe, Bingen

 

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